Ernährung

Igel sind Insektenfresser, doch in der Gefangenschaft soll man sie nicht mit Schnecken, Regenwürmern etc. ernähren, weil diese Überträger von Innenparasiten sind.

Milch bewirkt wegen ihres Milchzuckers Durchfall, in der Folge Darmentzündungen und Infektionen, die für den Igel tödlich enden können. Futter und Wasser reicht man in kippsicheren, flachen Glas- oder Porzellannäpfen.

Gefüttert wird in der Regel nur einmal täglich, und zwar abends. Läuft jedoch ein offensichtlich hungriger Igel auch tagsüber unruhig im Gehege herum, sollte man ihm selbstverständlich Nahrung anbieten. Das gleiche gilt für geschwächte Tiere, die die notwendige Futtermenge oft nur in mehreren kleinen Portionen einnehmen. Futterreste müssen weggeworfen und die Näpfe täglich (bzw. nach jeder Mahlzeit) heiß gespült werden.

Die erforderliche Nahrungsmenge ist von Igel zu Igel verschieden. Sie hängt vom Körpergewicht und vom Gesundheitszustand ab. Ein mittelgroßer Igel frisst etwa eine Menge, die einen 150-g-Joghurtbecher füllen würde. Maßstab für die richtige Futtermenge bildet die Gewichtszunahme. Anfangs wird der Igel täglich, später nur noch wöchentlich gewogen. Man legt ihn dazu auf dem Rücken in die Waagschale und pustet ihn ein bisschen an, damit er ruhig hält. Wenn ein abgemagertes Tier Nachholbedarf hat, kann es täglich 10 bis 20 g zunehmen, später sollten es 7 bis 10 g pro Tag sein.

Pro Portion gibt man entweder einen Esslöffel Weizenkleie oder zwei Esslöffel Futterhaferflocken bzw. Igeltrockenfutter zum Fleisch, Ei oder Dosenfutter. Evtl. feuchtet man die Mischung mit etwas Wasser an.

Grundnahrungsmittel für Igelfutter

  • Katzen- oder Hundedosenfutter
  • Eier (hartgekocht oder als Rührei)
  • Geflügelfleisch (gekocht)
  • Rinderhackfleisch (roh nur ganz frisch, besser kurz anbraten)

Als darunter zu mischende «Ballaststoffe» (zur guten Verdauung unerlässlich) eignen sich:

  • Weizenkleie
  • Futterhaferflocken oder Igeltrockenfutter

Speisekarte für Igelpfleglinge (Empfehlungen der Igelschutz-Interessengemeinschaft)

1. Igelmenü für die Vorratshaltung: 1 Poularde oder Hähnchen und 1 kg Möhren kochen. Das Fleisch enthäuten (und ohne Knochen) und die Möhren durch einen Fleischwolf drehen und mit der Brühe und 200 g Matzinger Hundeflocken oder Futterhaferflocken zu einem Brei verarbeiten. In Portionen zu je 80-100 g einfrieren. Für einen Igel benötigt man täglich etwa 2-3 Eßlöffel, das entspricht der Füllmenge eines kleinen Joghurtbechers.

2. Alternative Igelmenü: Katzenfutter mit Weizenkleie und 3 Tropfen Sonnenblumenöl plus Futterhaferflocken

3. oder: gekochtes Rinderhack mit gekochten Möhren und Matzinger Hundeflocken oder Weizenkleie anmengen

4. gelegentlich, etwa einmal in der Woche etwas für die Zähne: 1 Hähnchenhals oder 1 Hähnchenflügel, gekocht und ungewürzt mit Haut und Knochen geben